Der FC Muhen will sein Spielfeld vergrössern – doch keiner will ihnen Land verkaufen

Um das Spielfeld des FC Muhen zu vergrössern, müsste Land zugekauft werden. Doch ringsum sagen die Grundeigentümer ab.


Eigentlich hätte die Müheler Gemeindeversammlung am 22. November das überarbeitete Projekt «Sanierung und Vergrösserung Fussballplatz» absegnen sollen. Der FC Muhen und der Gemeinderat gingen nach dem Scheitern der ersten Version an der Urne im Februar gleich wieder über die Bücher.

Weil der grösste Streitpunkt damals der geplante Kunstrasen gewesen war – man fürchtete Verunreinigung von Boden und Gewässer durch Mikroplastik –, wurde ein Sanierungsprojekt mit Naturrasen ausgearbeitet. Die Vergrösserung des Spielfelds, die wegen der Auflagen des Schweizerischen Fussballverbands nötig ist, sollte unverändert per Landkauf vom benachbarten Feld erfolgen.

Dann kam im Frühsommer Rückschlag Nummer eins: Die beiden Grundeigentümer, von deren Parzellen westlich des Fussballfelds je ein Stück abgeschnitten worden wäre, wollten nicht mehr verkaufen. «Das Nein an der Urne hat die Grundeigentümer zum Umdenken bewogen», sagt Gemeindeammann Andreas Urech (SVP), der zusammen mit Vertretern des FC Muhen die Verhandlungsgespräche zum Landkauf führte. «Die Grundeigentümer wollen planen können hinsichtlich eines eventuellen Landverkaufs. Seit der Urnenabstimmung fürchten sie, die Sache mit dem Fussballfeld könne sich lange hinziehen», so Urech.


Auch von der südlichen Parzelle ist nichts zu haben

Aber die Vergrösserung nach Westen hin ist nicht die einzige Möglichkeit, zu einem Spielfeld mit den richtigen Massen zu kommen. Nach dem Rückzieher der Fussballplatz-Nachbarn gegenüber klopfte der Gemeinderat beim Eigentümer der südlich angrenzenden Parzelle an.

Der Plan: auf dem zugekauften Land das neue Hauptspielfeld in den geforderten Massen von 100 auf 64 Metern (plus drei Meter Sicherheitsabstand auf jeder Seite) erstellen. Das heutige Hauptspielfeld würde zum Trainingsfeld, das heutige Trainingsfeld würde ausgezont und zu Landwirtschaftsland. «Land zu vergeben haben wir nicht«, sagt Urech, «wenn wir neues Land fürs Fussballfeld einzonen, müssen wir auch Land auszonen.» Doch die Eigentümer der Parzelle hatten für den Fussball-Notfallplan kein Gehör. Sie hatten kein Interesse, Land zu verkaufen. Rückschlag Nummer zwei.


Wie sieht es mit der Deckelmatte, der Parzelle nördlich der Fussballfelder aus? Das Grundstück gehört bereits der Gemeinde. «Auf dem Landstück hätte kein Spielfeld mit den geforderten Massen Platz», sagt der Ammann. Zudem liege die Parzelle gleich neben dem Altersheim und sehr nahe bei Wohnhäusern. «Wegen dem Lärm wäre das problematisch.»


Eine Fussballplatz-Enklave als Lösung?

Nachdem alle benachbarten Grundstücke abgeklappert worden waren, gibt es nur noch eine Lösung: Es muss eine Parzelle an einem anderen Standort im Dorf gefunden werden. Wie der Ammann sagt, seien der Gemeinderat und der Fussballclub auf der Suche danach. Ganz so einfach gestaltet sich ein Feld ab vom Feld aber nicht: «Für Spiele und Trainings werden jetzt die Garderoben vom Schulhaus benützt. An einem anderen Standort müsste die komplette Infrastruktur inklusive Klubhaus und Garderoben neu aufgebaut werden.» Der FC Muhen hat bereits mehrfach bei anderen Fussballclubs der Region angefragt, ob er sich einmieten könne. «Doch leider hat keiner Kapazität dafür», sagt Urech. Im Gegenteil, auch der FC Muhen werde angefragt, ob er Junioren übernehmen könne.


Der Fussballplatz ist also kein Thema an der Wintergmeind. «Wir haben darüber nachgedacht, lediglich die Sanierung an die Gmeind zu bringen, ohne Vergrösserung», sagt Urech. Dabei wäre es um etwa eine Million Franken gegangen. Damit soll aber noch abgewartet werden. Denn sollte ein geeignetes Grundstück für einen grösseren Fussballplatz gefunden werden, hätte man das Geld umsonst ausgegeben.

Die erste Mannschaft des FC Muhen spielt aktuell in der 4. Liga. Da die Spielfeldmasse von 100 auf 64 Metern erst ab 3.-Liga-Spielen gefordert sind, hat das zu kleine Spielfeld noch keine Auswirkungen. Sobald die Müheler Fussballer aufsteigen, dürften sie auf diesem Feld keine Verbandsspiele mehr spielen. Der FC Muhen fürchtet deshalb, dass seine Spieler und Junioren zu anderen Vereinen abwandern.


Text von Flurina Dünki in der AZ vom 31.10.2019

Quelle: https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/wyna-suhre/der-fc-muhen-will-sein-spielfeld-vergroessern-doch-keiner-will-ihnen-land-verkaufen-135898008

  • Black Facebook Icon
  • Black Twitter Icon
  • Black Instagram Icon
  • Schwarz YouTube Icon

© 2020 FC Muhen